Cyber Valley Beirat

Alles im Grünen Bereich beim Cyber Valley, jetzt, wo es einen Ethikbeirat gibt? Nur hat der weder Stimmrecht noch Einfluss auf die Forschung, die im Cyber Valley aus Drittmitteln passiert. Die Veranstalter:innen der kritischen Vorlesungsreihe und das Bündnis gegen das Cyber Valley finden das kritisch. Hier ihre ausführliche Pressemitteilung:

https://www.blochuni.org/2019/08/29/public-advisory-board-das-cyber-valley-entzieht-sich-weiterhin-der-oeffentlichen-kontrolle/

#allefürsklima #20september

„Der Klimawandel hört nicht plötzlich frustriert auf, wenn du aus Protest gegen Papierscheine nicht zur Prüfung erscheinst oder auf deinen Morgenkaffee verzichtest und die Vorlesung verschläfst.“ so einer unserer Aktivist*innen. „Der Klimawandel macht – leider – auch keine Semesterferien.“

Wir begrüßen, dass die Fridays for future-Bewegung aus unserer Sicht weiter geht als bloße „Umweltbewegung“ und sich nicht auf Forderungen an Politik und Individuen begrenzen will. Der lokalen Orga-Gruppe gelingt es zunehmend, Zusammenhänge von fossilem Kapitalismus, Abhängigkeit von Energieträgern (z.B. Kohle) und deren Eigentümer*innen, Gerechtigkeit und einer sinnvollen Klimapolitik mit sozialen und gesellschaftlichen Fragen aufzuzeigen. So verbanden Kundgebungen der Tübinger Orga-Gruppe Themen wie Generationen- und globaler Gerechtigkeit, Wirtschaft, Migration, Agrarwende oder Frieden mit Klimawandel. Klimagerechtigkeit kann dabei nicht ohne weitere Aspekte (z.B. fehlender sozialer Ausgleich, Genderfragen, Neokolonialismus, Ausbeutungsverhältnisse, Faschismus als Schutzmacht bestehender Ungerechtigkeiten, …) gedacht werden.

Der Studierendenrat Tübingen hat in seiner vergangenen Sitzung auf unseren Antrag [1] hin beschlossen, sich mit den geplanten globalen Protesten und Streiks am 20. September 2019 zu solidarisieren und zur Teilnahme an diesen aufzurufen.

Die Studierenden von heute werden (zukünftig) durch die bestehende klimafeindliche Politik betroffen sein. Es ist daher notwendig, dass wir solidarisch an den Protesten und dem Generalstreik ab dem 20. September teilnehmen. Nur durch Sprengen unserer Ketten können wir unsere gemeinsame Handlungsmacht erkennen. „Damit endlich etwas passiert, braucht es eine lautstarke Gesellschaft […] die am 20.9. miteinander eine Klimapolitik des Zusammenhalts einfordert.“ [2]


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siehe auch:
[1] letzte StuRa-Sitzung,
[2] Infos auf der FFF-Webseite
[3] Facebookveranstaltung Globaler Klimastreik #AlleFürsKlima,
[4] Aufruf von March for Science zum Streik,
[5] analyse & kritik über die Möglichkeit eines Generalstreiks,
[6] Weitere Kampagnenseite

Warum wir Plakate aufhängen

#meinung

Ein GHG-Plakat vor dem Rektorat.

Am 2. und 3. Juli 2019 finden Universitätswahlen statt. Daher hat die Liberale Hochschulgruppe, so eine Aussage eines ihrer Vertreter, beim Rektorat beantragt, dass zur Bewerbung der antretenden Wahllisten Plakate auf dem Unigelände angebracht werden dürfen.

Einige Aktivis von uns, welche an derartiger Gestaltung Freude haben, übernahmen diese Aufgabe. Als Trägerinnen für die Plakate haben wir ausgemusterte Plakatpappen und -platten von der letzten Europawahl ein zweites Leben gegeben. Neben anderen Parteien hat die Partei Bündnis 90/Die Grünen (bzw. AL / Grüne) uns vor der Entsorgung ihrer Plakate informiert, so dass die meisten unserer Plakate auf diesen Pappen kleben. (An dieser Stelle nochmal Danke <3).

Manchmal erweckt der Wahlkampf den Eindruck, als könnte man darüber abstimmen, ob die Bibliothek länger geöffnet sein soll, Wohnraumprobleme angegangen werden sollen oder der Kapitalismus abgeschafft wird. Das alles sind keine Sachen, die ihr wählen könnt. Ganz im Gegenteil, selbst wenn ihr eure Stimme uns gebt, können wir nicht versprechen, dass alles umgesetzt wird, was wir wollen. Unsere Wasserspender bspw. ziehen sich seit Jahren und die Solaranlage auf dem Dach der Morgenstellen-Mensa war auch kein Projekt von einigen Tagen.

Wir wollen daher unsere Vorschläge – und besonders die Plakate – nicht als ein Aufruf, uns eine Stimme zu geben sehen (wir freuen uns trotzdem darüber) –, sondern diese Themen und viele andere an der Universität zu diskutieren, eine Position als Studierende zu finden und diese – demokratisch – zu vertreten.

Wir sind am Ende die Menschen, die (wenn ihr das wollt) in den Gremien sitzen. Aber die Entscheidungen fallen außerhalb dieser Gremien. Die Arbeit passiert außerhalb dieser Gremien. In der Gesellschaft, an der Uni, in den Ministerien und Behörden, zuhause bei den Menschen auf die die Gremienmitglieder vertrauen, bei Demos und Kundgebungen, und leider auch ohne uns Studierende im Rektorat. Wenn wir, durch stichhaltige, informierte Argumente und eine offene, kraftvolle Debatte, die Entscheidungsträger*innen davon überzeugen, im Sinne der Studierenden zu bestimmen, ist viel erreicht. Dafür brauchen wir – die Studierenden – alle Informationen und Zugänge, die wir haben können. Wichtiger als dieses Innerhalb der Gremien ist aber weiterhin und jeden Tag die sich organisierende und ungeknebelte Studierendenschaft.

Deshalb hängen unsere Plakate nicht nur da, wo ihr sie seht, sondern auch da, wo beispielsweise die Verwaltungsmitarbeiter*innen der Universität jeden Tag ihren Arbeitsweg gehen.

Hinweis: Die nicht durch uns verwendeten Plakatpappen und -träger haben wir anderen Wahllisten zur Verwendung angeboten, so dass möglichst alle Listen die Möglichkeit haben, zu Plakatieren, wenn sie das möchten.

Gegen die Mackeruni

Unser vollständiges Kurzprogramm findest du hier.

Die Uni gehört uns allen, aber immer noch werden die Stimmen von Frauen* und LGBTI* weniger gehört. Noch immer sind die meisten Professorinnen Männer, selbst in den Fächern, die einen überdurchschnittlich hohen Studentinnen-Anteil haben. Noch immer haben wir mit Benachteiligungen an der Uni zu kämpfen. Dies beginnt schon bei der Unzugänglichkeit von Menstruationsartikeln, insbesondere auf der Morgenstelle. Hiergegen versuchen wir mit anderen Hochschulgruppen anzugehen. Auch in der Gleichstellungskommission setzen wir uns gegen die „Mackeruni“ ein.

Dass ein Leitfaden zur Sprachlichen Gleichstellung nicht durch das Gleichstellungsbüro, sondern durch ein mehrheitlich männliches Rektorat erstellt wurde, mag dem Leitfaden innerhalb der männlich dominierten Uni mehr Gewicht geben, zugleich entzieht es den Profis und den von sprachlicher Benachteiligung Betroffenen die Stimme.

Im vergangenen Jahr informierten wir über die Rolle von Frauen im Verbindungswesen. Auch dort sind patriarchale Strukturen und Macker-Verhalten weiterhin verbreitet und werden durch die Universität – etwa durch Vermietung des Festsaals an entsprechende Gruppen – noch unterstützt.

Im StuRa wollen wir die Stimme von Frauen* noch lauter machen. Auch in unserem Umfeld kommt es immer wieder zu sexistischem Verhalten. Sowohl als Gruppe als auch als Einzelpersonen müssen wir uns stärken gegen den sexistischen „Normal“-Zustand stellen.

Immer wieder gibt es Versuche eines gesellschaftlichen Roll-Back durch konservative und rechte Akteurinnen. Dies beginnt bereits, wenn die sprachliche Unsichtbarmachung von Frauen trotz zahlreicher Studien als schützenswerte Meinung dargestellt wird. Es sind eben längst nicht alle „mitgemeint“.

Wir sagen: Mackertum in all seinen Formen hat an der Uni nichts zu suchen! Für die Selbstbefreiung der Frauen* und LGBTI*!

Für einen klimaneutralen StuRa

Unser vollständiges Kurzprogramm findest du hier.

Wir setzen uns dafür ein, dass der StuRa wirkliche Verantwortung in Hinblick auf Umwelt und Klima übernimmt.

Derzeit können Flugreisen auch im Inland noch immer zu unkompliziert gefördert werden. Hier wäre eine härtere Regelung wünschenswert, die beispielsweise Inlandsflüge sowie Flüge unter 1000 Kilometer ohne Ausnahme ausschließt. 

Auch bei Neuanschaffungen und Einkauf, welche durch den StuRa gefördert werden, soll es Standard sein, statt nur preislichen Überlegungen auch Aspekte der Ökologie und sozialen Verträglichkeit einzubeziehen. Es darf nicht sein, dass wir durch die bisherige Auslegung des Landeshaushaltsrecht dazu gezwungen werden, z.B. Amazon zu nutzen.
Bei Flyern wurde eine umweltfreundliche Regelung in der letzten Legislatur bereits Realität. Warum nicht auch bei Büromaterialien, Kalendern, Computern, Kaffee, Getränken und co.?! 

Schon jetzt kaufen wir aus eigener Überzeugung gebrauchte Artikel, müssen dies aber immer gesondert begründen und unsere Entscheidung rechtfertigen. 

Wir wollen, dass umwelt- und sozialverträgliches Verhalten der Standard ist, nicht die Ausnahme.

Freiheit für Menschen statt nur für Firmen

#meinung

Verbote haben einen schlechten Ruf. Sie schränken unser Konsumverhalten ein – z.B. auf Produkte, die uns und andere nicht schädigen –, schränken unsere Freiheit ein – z.B. beim Zerstören von Natur – und sie sind allgemein nicht gerne gesehen. Dabei sind Verbote vor allem eins: Ein Mittel, gemeinschaftliches Leben zu organisieren. Sie hindern einzelne daran, Dinge zu tun, die viele nicht wollen. „Nein heißt nein“ zeigt, dass deine Freiheit da aufhören muss, wo meine Freiheit beginnt. Darüber müssen wir gar nicht mehr debattieren. Wer das Leben anderer in Frage stellt, übertritt Grenzen, die in einer Demokratie nicht übertreten werden sollten.

Wer von „Verbotsparteien“ spricht, der möchte gerne verschleiern, dass hier demokratische Organisierung und im weitesten Sinne Märke gegen einander stehen und deren Verhältnis ausgehandelt wird. Verbote sind die Entscheidung, Demokratie höher zu werten als den Markt. Freiwillige Selbstverpflichtungen, das Schieben der Verantwortung auf persönliche Präferenzen und Konsumverhalten sind Mittel, Märke vor Zugriff der Demokratie zu schützen.

Insbesondere die Partei Die Grünen fällt immer wieder auf diese Rhetorik herein, folgt marktgerechten Lösungen, statt demokratische Entscheidungen umzusetzen. Und das muss sie auch, denn unsere Demokratie ist vom Markt abhängig. Eigentlich sollte man das auch verbieten…

https://www.zeit.de/kultur/2019-06/konsumverhalten-verbote-gesetze-veraenderungen-gewohnheit-freiheit/komplettansicht

Workshop auf dem Ract!festival 2019

Samstag, 8. Juni, 15 bis 17 Uhr, 
im Workshopbereich auf dem Ract!festival

Auch übermorgen nachdenken können –
Politisch aktiv sein und bleiben

Du findest dich vor lauter Bäumen im Wald nicht mehr?
Die Welt brennt und du bist gerade die einzige, die löscht?
Das Klima stirbt und die Nazis marschieren?

Manchmal wächst uns Aktivismus über den Kopf.
Aber du darfst dich selbst nicht vergessen.

Timo vom Klima*Kollektiv schreibt und lehrt über Nachhaltigen Aktivismus und gibt Hilfe, wie du es schaffst, politisch aktiv zu sein, ohne selbst auszubrennen.

Der Workshop wird durch die Grüne Hochschulgruppe veranstaltet und finanziell gefördert durch den Studierendenrat der Eberhard Karls Universität Tübingen. Wir bedanken uns für die Förderung.

Solidarität mit den Psychologiestudierenden – Petition zeichnen.

Auch wenn die Neuregelung der Psychotherapieausbildung grundsätzlich sinnvolle Änderungen enthält, gibt es doch einen großen Mangel: Wer jetzt Psychotherapeut*innen in Ausbildungen (PiA) ist oder wird, hat zwar einen Master, wird aber während der Ausbildung quasi wie Praktikant*innen behandelt und entweder schlecht oder gar nicht vergütet. Das wird erst für die neuen Studierenden geändert. Mehr noch: Für die jetzigen PiAs wird Zeitdruck aufgebaut, statt gleichberechtigte Verbesserungen geschaffen.

Gegen eine Zwei-Klassen-Psychotherapieausbildung! Unterstützt die Petition der Psychologiefachschaften: https://epetitionen.bundestag.de/…/Petition_92805.mitzeichn…

8. Mai

#Danke #ThankYou #Merci #СПАСИБО
Heute vor 74 Jahren haben die alliierten Truppen den deutschen Faschismus an der Macht besiegt. Insbesondere für die noch lebenden Opfer des faschistischen Terrors war dieser Tag ein Tag der Befreiung, darum ist er für uns ein Tag der Freude.

Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass diese Befreiung für viele zu spät kam: etwa 13 Millionen Menschen waren durch die Nazis ermordet worden und etwa 65 Millionen sind im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen.

Die Mehrheit der Deutschen ist durch die Alliierten eher besiegt als befreit worden. Die Kontinuitäten des deutschen Faschismus zeigen sich bis heute. Darum müssen wir beständig erinnern, aufklären und kämpfen: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

(via Ernst-Bloch-Uni Tübingen)