digitale lehre, aber ohne klassismus

Bis Lehre wieder in Präsenz stattfinden kann, sind wir auf digitale Formate angewiesen. Diese zeigen noch stärker soziale Unterschiede auf. Wer sich mit vielen Mitbewohner*innen eine Internetverbindung teilen muss, ältere Endgeräte hat oder über keinen geeigneten Arbeitsplatz verfügt, hat es deutlich schwerer an digitalen Formaten teilzunehmen. Die Arbeitsplätze in der Bibliothek fallen als Alternativen weg. Auch wer Kinder betreut oder anderweitig Fürsorgearbeit leistet, hat es aktuell noch schwerer. All das betrifft aber nicht nur Studierende. Auch Dozent*innen, Tutor*innen und allgemein Lehrende haben gerade keine Kinderbetreuung. Auch sie sind auf die Verwendung von privatem Equipment angewiesen. Die Universität konnte – teils wegen der Marktsituation, teils wegen finanzieller Lage – einfach nicht für alle Lehrenden gute Mikrofone und Webcams anschaffen. Auch ist das Beratungsangebot für Studierende und Lehrende noch ausbaufähig.
Im Wintersemester werden wir vieles noch Digital machen, was wir lieber in Präsenz hätten. Jetzt ist der Moment, dies angemessen vorzubereiten und einzufordern.

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