Tübinger Uni bereits zu pleite für mündige Studierende?

Die Grüne Hochschulgruppe betrachtet die Prioritätensetzung des Rektorats mit Sorge. Für die am Mittwoch geplante gemeinsame Demonstration von Universität und Student*innen „für gute Hochschulfinanzierung“ gibt es zwar durchaus eine enge Zusammenarbeit zwischen Kanzler, Student*innen und der Hochschulkommunikation, eine politische Aktivierung der Student*innen wird dagegen eher zurückhaltend unterstützt.

Weder wirbt die Tübinger Universität, wie es etwa die Hohenheimer tun (oder: wie es etwa an der Universität Hohenheim geschieht), prominent an ihrem Gebäuden für die Demonstration, noch macht Rektor Engler von der Möglichkeit Gebrauch, die Student*innen für die Zeit der Demo freizustellen. (Alternativ: Während die Universität Hohenheim an ihren Gebäuden prominent zur Teilnahme an der Demonstration aufruft, versäumt es das Tübinger Rektorat unter Bernd Engler, den Protest zu bewerben. Auch von der Möglichkeit, die Student*innen von für die Zeit der Demonstration freizustellen, wird nicht genutzt.) Student*innen müssen so persönlich mit ihren Dozent*innen absprechen, ob Kurse für die Zeit der Demo ausfallen können oder eine Fehlzeit unangerechnet bleiben kann.

Bereits für die Mitbestimmung aktivierende Veranstaltungen zu Semesterbeginn, etwa von Fachschaften und Hochschulgruppen in der Anfänger*innen- und anschließenden Ernst-und-Karola-Bloch-Woche, hatte das Rektorat eine Sondererlaubnis für Außenplakate verweigert. Da in diesem Kontext auch für die Demo keine Plakatiererlaubnis erteilt wurde bleiben nur die immer weniger werdenen Schwarzen Bretter. Zuletzt war eine Sondererlaubnis für Außenplakate für die Universitätswahlen gegeben worden. Bob, eine der Aktiven der Grünen Hochschulgruppe, fürchtet, dass seine*ihre Kommiliton*innen dies missverstehen könnten. „Wenn das Rektorat unterstützt, dass du deine Stimme abgibst, aber nicht, dass du sie benutzt, wirft das ein schlechtes Bild auf unsere Hochschule.“
Diese geringere Flexibilität und zunehmende Beschränkung auf die Pflichtaufgaben der Hochschule betrachten wir mit großer Sorge. „Es zeigt sich“, so Erik, „dass die viel zu geringe Finanzierung der Hochschulen zuerst jene trifft, die sich innerhalb der Hochschuldemokratie am wenigsten wehren können: Befristete Mitarbeiter*innen, Mittelbau und auch die Student*innen.“ Darunter, so Erik weitet, leidet vor allem die Innovationskraft der Hochschule. Konkurrenzdenken und Wettbewerb verschwendet unnötig Resourcen, die besser in der Wissenschaft selbst aufgehoben wären. „Wenn wir nicht bald umsteuern, weg von unsicheren Drittmitteln und ungerechten, rassistischen Studiengebühren, hin zu einer den Wissenschafts-und Lehrbetrieb absichernden staatlichen Finanzierung, riskieren wir nicht nur die Qualität unserer Hochschulen.“Bob fügt hinzu: „Wissenschaftsfreiheit ist nicht die Freiheit, bei Sponsoren Gelder einwerben zu müssen, sondern eine Zusage unseres Demokratie: Wer die eigene Forschung und Lehre für alle tut, wird auch von allen getragen.“
Natürlich gehört hierzu auch eine ganze Reihe weiterer Forderungen. Solange eine Konkurrenz zwischen Student*innen und Nicht-Akademiker*innen besteht, insbesondere im umkämpften Wohnungsmarkt, werden Konflikte bestehen bleiben.

Unsere Veranstaltungen in der Blochwoche #ekbw19

Auch wir beteiligen uns am Programm der Alternativen Semestereröffnung 2019. Am Dienstag, 22.10., präsentieren wir euch einen Filmdokumentation über die Proteste gegen die DAPL im Kupferbau und für Montag, den 28.10. haben wir das wunderbare Ignite Kollektiv nach Tübingen eingeladen, die einen Workshop zur Einführung in Feminismus, Gender und antisexistische Praxis halten werden. Ausführliche Beschreibungen folgen nach dem Klick.
Natürlich werden wir auch am Donnerstag, 24.10. auf dem Markt der möglichen Alternativen euch Rede und Antwort stehen.

Mehr Infos zum Programm gibts auf www.blochwoche.org

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Immer Freitags 18 Uhr offenes GHG-Treffen

Auf unserem offenen Treffen besprechen wir alle Themen der Tübinger Hochschulpolitik, anstehende Veranstaltungen, gemeinsame Ideen und notwendige Veränderungen. Alle Anwesenden haben eine Stimme. Kommt gerne unverbindlich vorbei.

Immer Freitags, 18:15 Uhr im studentischen Klubhaus (Linker Eingang, links die Treppe hoch, im Zentralen Fachschaftenbüro)

#allesfürsklima

#globalerstreik #allefürsklima
Auch die Universitäten müssen ihre Verantwortung wahrnehmen. Es reicht nicht, wenn auch die Universität Tübingen immer weitere Erkenntnisse über die kommenden Veränderungen sammelt [1], sie muss auch Teil einer anderer Veränderung sein. Einer, die sich bewegt hin zu einer demokratischeren Gesellschaft, in der die Folgen des Klimawandels nicht vergesellschaftet, sondern gemeinsam getragen und abgeschwächt werden.

Wenn wir am Freitag ab 11 Uhr durch Tübingen laut und stark demonstrieren [2], dann auch, weil wir die Stadt und die Gesellschaft und die Universität und die Wirtschaft gemeinsam denken und ein gemeinsames Handeln einfordern. Die Welt retten wir nur gemeinsam.

Hier gibts Infos zur Route von Fridays for future Tübingen: https://www.facebook.com/…/a.984910305028…/1142044925981386/
Hier das Programm der Klimawoche: https://www.facebook.com/fridaysforfuturetuebingen/posts/1141419682710577
Hier ein Posting des FZS zur Verantwortung der Hochschulen: https://www.facebook.com/…/a.10151348354…/10159591845893499/

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[1] vgl. https://uni-tuebingen.de/…/klimawandel-bedroht-genetische-…/
[2] Zeitplan hier: https://www.facebook.com/…/a.988076304711…/1146397515546127/

Hochschulfinanzierungsvertrag


#meinung

„So wie es ist, kann es nicht bleiben“ erklären der Campusgrün-Landesverband zusammen mit der Grünen Jugend bezogen auf die mangelnde Hochschulfinanzierung. In ihrem an die Grünen Ministerinnen Theresia Bauer (Bildung) und Edith Sitzmann (Finanzen) gerichteten offenen Brief fordern sie neben einer besseren Finanzierung der Hochschulen insgesamt, dass der Hochschulfinanzierungsvertrag klare Akzente mit ökologischer Steuerungswirkung setzen muss.

Es zeigt sich leider: Eine grüne Regierung bedeutet nicht unbedingt grüne Politik. Es braucht den Druck von den Hochschulen, den Studierenden und von der Straße, wenn wir weiterhin leistungs- und demokratiefähige Hochschulen behalten wollen. Wenn wir jetzt nicht handeln, bleibt den Hochschulen kein anderer Weg, als die Qualität und Quantität zu senken oder sich Förderer zu suchen, die nur ein kommerzielles Interesse an der Wissenschaft haben.

Stellungsnahme von Campusgrün auf Facebook

Suche Zimmer, nehme alles.

#meinung
Alle Jahre wieder … kommt die Mietsteigerung.

Um 22 Prozent sind die Mieten für Vergleichs-Wohnungen in Tübingen gestiegen seit 2018. Gleichzeitig stagnieren oder sinken die Mieten leicht in vielen Unistädten. Das meint zumindest Immoscout herausgefunden zu haben.

Wir brauchen endlich mehr Alternativen zum privaten Wohnungsmarkt! Nicht nur, damit wir Studis unterkommen, sondern auch, damit für Familien und Arbeiter*innen überhaupt noch Wohnraum bleibt. Die Wohnheime des StuWe sind zunehmend nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Dass ausgerechnet in dieser angespannten Lage das StuWe seine Privatzimmervermittlung ersatzlos streicht, ist eine Farce. Und zugleich stehen über ein dutzend Häuser in der Innenstadt seit Jahren leer.

vgl. https://www.gea.de/…/kreis-tuebingen_artikel,-studentenbude… bzw. https://www.tagblatt.de/…/Neumieten-um-22-Prozent-hoch-4279…

Cyber Valley Beirat

Alles im Grünen Bereich beim Cyber Valley, jetzt, wo es einen Ethikbeirat gibt? Nur hat der weder Stimmrecht noch Einfluss auf die Forschung, die im Cyber Valley aus Drittmitteln passiert. Die Veranstalter:innen der kritischen Vorlesungsreihe und das Bündnis gegen das Cyber Valley finden das kritisch. Hier ihre ausführliche Pressemitteilung:

https://www.blochuni.org/2019/08/29/public-advisory-board-das-cyber-valley-entzieht-sich-weiterhin-der-oeffentlichen-kontrolle/

#allefürsklima #20september

„Der Klimawandel hört nicht plötzlich frustriert auf, wenn du aus Protest gegen Papierscheine nicht zur Prüfung erscheinst oder auf deinen Morgenkaffee verzichtest und die Vorlesung verschläfst.“ so einer unserer Aktivist*innen. „Der Klimawandel macht – leider – auch keine Semesterferien.“

Wir begrüßen, dass die Fridays for future-Bewegung aus unserer Sicht weiter geht als bloße „Umweltbewegung“ und sich nicht auf Forderungen an Politik und Individuen begrenzen will. Der lokalen Orga-Gruppe gelingt es zunehmend, Zusammenhänge von fossilem Kapitalismus, Abhängigkeit von Energieträgern (z.B. Kohle) und deren Eigentümer*innen, Gerechtigkeit und einer sinnvollen Klimapolitik mit sozialen und gesellschaftlichen Fragen aufzuzeigen. So verbanden Kundgebungen der Tübinger Orga-Gruppe Themen wie Generationen- und globaler Gerechtigkeit, Wirtschaft, Migration, Agrarwende oder Frieden mit Klimawandel. Klimagerechtigkeit kann dabei nicht ohne weitere Aspekte (z.B. fehlender sozialer Ausgleich, Genderfragen, Neokolonialismus, Ausbeutungsverhältnisse, Faschismus als Schutzmacht bestehender Ungerechtigkeiten, …) gedacht werden.

Der Studierendenrat Tübingen hat in seiner vergangenen Sitzung auf unseren Antrag [1] hin beschlossen, sich mit den geplanten globalen Protesten und Streiks am 20. September 2019 zu solidarisieren und zur Teilnahme an diesen aufzurufen.

Die Studierenden von heute werden (zukünftig) durch die bestehende klimafeindliche Politik betroffen sein. Es ist daher notwendig, dass wir solidarisch an den Protesten und dem Generalstreik ab dem 20. September teilnehmen. Nur durch Sprengen unserer Ketten können wir unsere gemeinsame Handlungsmacht erkennen. „Damit endlich etwas passiert, braucht es eine lautstarke Gesellschaft […] die am 20.9. miteinander eine Klimapolitik des Zusammenhalts einfordert.“ [2]


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siehe auch:
[1] letzte StuRa-Sitzung,
[2] Infos auf der FFF-Webseite
[3] Facebookveranstaltung Globaler Klimastreik #AlleFürsKlima,
[4] Aufruf von March for Science zum Streik,
[5] analyse & kritik über die Möglichkeit eines Generalstreiks,
[6] Weitere Kampagnenseite

Was andere fordern, was wir wollen

#meinung

Weil gerade „Wahlkampf“ ist, wird wieder viel gefordert und noch mehr behauptet. Leider wird, anstatt an Projekten zusammen zu arbeiten, viel Zeit für Vorwürfe investiert. Letztes Jahr haben wir versucht, möglichst viele der Falschbehauptungen und krummen Darstellungen richtig zu stellen. Aber dieses Jahr ist uns das schlicht zu viel.

Daher beschränken wir uns auf eine – sehr stark verkürzende – Darstellung, was manche andere Gruppen so fordern im Themenkomplex Umwelt, und was wir so wollen. Wir hoffen, niemand damit Unrecht zu tun. Zu drei der antretenden Listen konnten wir keine Infos finden.

Und, bevor ihr euch fragt: Natürlich haben wir auch nicht alles umgesetzt, was wir wollen. Manche Projekte dauern ihre Zeit, wenn man sie richtig machen möchte. Wer an den entsprechenden Stellen schon einmal – wie wir das regelmäßig tun – an Gesprächen teilnimmt, merkt, dass das alles nicht so einfach ist, wenn man mehr will als fordern. Die Mühlen mahlen langsamer, als wir das uns wünschen.

Übrigens, #funfact, auf dem öffentlichen Verteiler des AK Umwelt (Stand Montag früh) finden sich neben dem StuRa-Büro, GHG- und FSVV-Aktiven, unserem GHG-Aktivis-Verteiler noch genau eine andere Mailadresse einer Aktiven einer anderen Wahlliste.

Aber, auch dafür treten wir ein: Die Freiheit, sich anders zu organisieren. ❤