Wahlkrampf & Meinungen (Presseanfrage 19-01-2021)

In diesem Beitrag veröffentlichen wir wie immer an uns gestellten Presseanfrage und was wir darauf geantwortet haben. Die Antwort wurde auf keiner Sitzung beschlossen und spiegelt deshalb die Vielfalt in der GHG, nicht unbedingt aber die Gruppe wieder. Identifizierende Merkmale wie Namen haben wir wie immer rausgeschnitten.

Presseanfrage via Mail vom 19.01.2021

Sehr geehrter Herr [Name], ich schreibe für [Studentisches Medium] in Tübingen und arbeite gerade an einem Artikel zum Ergebnis der StuRa-Wahlen im Dezember. Natürlich soll dabei auch die Hochschulgruppe GHG thematisiert werden. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie sich kurz Zeit nehmen könnten, und folgende Fragen schriftlich beantworten würden:
1. Sind Sie überrascht / zufrieden / unzufrieden mit dem Ergebnis und weshalb?
2. Was habt ihr dieses Jahr anders gemacht im Gegensatz zu denJahren davor?
3. Was möchtet ihr vor den nächsten Wahlen anders machen / verändern?
4. Was sind eure zentralen Anliegen für das nächste Semester?
Ich bedanke mich im Voraus und verbleibe mit herzlichen Grüßen
[Name] von der [Studentisches Medium]

Antwort vom 28.01.2020
Hallo [Name],
anbei unserer kollektiv zusammengetragenen Antworten. Bitte beachte, dass es sich hierbei um Meinungen aus der GHG bzw. von Aktiven der GHG handelt, und nicht Meinungen der GHG. Uns ist die Unterscheidung wichtig, weil wir basisdemokratisch arbeiten und als Gruppe nur dann Meinungen vertreten, wenn diese bei uns auch in einer Sitzung abgestimmt wurden.

[1. Sind Sie überrascht / zufrieden / unzufrieden mit dem Ergebnisund weshalb?]
Durchaus überrascht über die unerwartet vielen Mandate sind wir sehr zufrieden mit den Wahlergebnissen. Wir sehen das Ergebnis als Bestätigung unserer Arbeit für eine gemeinsame Studierendenvertretung. Wir sehen es auch als Zeichen, das unsere Themen nichts an Relevanz unter Studierenden und allgemeingesellschaftlich eingebüßt haben: Antifaschismus, Nachhaltigkeit, Gleichstellung, Mitbestimmung für alle – dafür werden wir uns weiterhin einsetzten.

[2. Was habt ihr dieses Jahr anders gemacht im Gegensatz zu denJahren davor?]
Im letzten Jahr waren die Möglichkeiten des Wahlkampfs für alle Listen stark eingeschränkt, daher sind wir umso erfreuter, an Plätzen
gewonnen zu haben. Gruppen, die normalerweise stark polemisch auftreten, waren deutlich weniger sichtbar. Dies ermöglichte es, in sachlicher Kommunikation mit inhaltlicher Stärke zu überzeugen. Ein wichtiger Faktor war sicherlich auch unsere stärkere Zusammenarbeit übers Jahr mit anderen Hochschulgruppen, z.B. in gemeinsamen Bündnissen.

[3. Was möchtet ihr vor den nächsten Wahlen anders machen / verändern?]
Die Wahlbeteiligung von 8% war verglichen mit anderen Hochschulen zwar noch durchschnittlich, aber es lohnt sich trotzdem, daran zu arbeiten. Leider ist Hochschulpolitik, ähnlich wie Fürsorgearbeit, nur dann wirklich sichtbar, wenn sie nicht gemacht wird. Da das keine Option für uns ist, wollen wir stärker für hochschulpolitisches Interesse werben. Studentische Interessenvertretung muss präsenter sein, damit auch StuRa-Wahlen relevant für die Studierenden werden. Wir haben im AK Presse/Öffentlichkeitsarbeit deshalb vorgeschlagen, dass für unsere Angebote wie das Notlagenstipendium oder das vergünstige Carsharing stärker geworben wird. Auch wollen wir die Förderung von Projekten und Veranstaltungen stärken, denn für vieles fehlen gerade Einnahmen aus Spenden und Sponsoring. Eine hohe Wahlbeteiligung darf aber nicht das Ziel, sondern nur das Nebenprodukt einer lebendigen Studierendenvertretung sein. Auch außerhalb der Wahlen können alle Studierenden an der Studierendenvertretung mitwirken: In offenen Arbeitskreisen, die im Rahmen gewisser Grenzen frei handeln können, in Fachschaften und weiteren Gruppen. An Universitäten besteht seit Jahrzehnten eine demokratische Lücke, denn die Mehrheit der Universitätsangehörigen kann kaum mitbestimmen. Professor*innen haben, obwohl nur ein paar Hundert gegenüber den 27.800 Studierenden, die Mehrheit in allen Gremien der Universität. Dabei verkörpern Universitäten eben diese Verbindung von Forschung und Lehre. Gemeinsame hochschulpolitische Arbeit innerhalb und außerhalb der Gremien kann hier ansetzen und versuchen, diese demokratische Lücke zu schließen und die Studierenden als Akteure zu etablieren.

[4. Was sind eure zentralen Anliegen für das nächste Semester?]
Weiter coole Veranstaltungen und politische Bildungsangebote, die Leerräume des direkten, gesellschaftlichen Dialogs während der Pandemie füllen können – helfen auch gegen Corona-Langeweile. Zudem wollen wir mehr Menschen für Mitbestimmung motivieren, sozial gerecht und solidarisch die Corona-Krise und Klimakrise gemeinsam überwinden helfen. Weiterhin unbequem sein für die Interessen der Studierenden.

Liebe Grüße
Aktive der GHG, die an den Antworten geschrieben haben

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