Warum wir Plakate aufhängen

#meinung

Am 2. und 3. Juli 2019 finden Universitätswahlen statt. Daher hat die Liberale Hochschulgruppe, so eine Aussage eines ihrer Vertreter, beim Rektorat beantragt, dass zur Bewerbung der antretenden Wahllisten Plakate auf dem Unigelände angebracht werden dürfen.

Einige Aktivis von uns, welche an derartiger Gestaltung Freude haben, übernahmen diese Aufgabe. Als Trägerinnen für die Plakate haben wir ausgemusterte Plakatpappen und -platten von der letzten Europawahl ein zweites Leben gegeben. Neben anderen Parteien hat die Partei Bündnis 90/Die Grünen (bzw. AL / Grüne) uns vor der Entsorgung ihrer Plakate informiert, so dass die meisten unserer Plakate auf diesen Pappen kleben. (An dieser Stelle nochmal Danke <3).

Manchmal erweckt der Wahlkampf den Eindruck, als könnte man darüber abstimmen, ob die Bibliothek länger geöffnet sein soll, Wohnraumprobleme angegangen werden sollen oder der Kapitalismus abgeschafft wird. Das alles sind keine Sachen, die ihr wählen könnt. Ganz im Gegenteil, selbst wenn ihr eure Stimme uns gebt, können wir nicht versprechen, dass alles umgesetzt wird, was wir wollen. Unsere Wasserspender bspw. ziehen sich seit Jahren und die Solaranlage auf dem Dach der Morgenstellen-Mensa war auch kein Projekt von einigen Tagen.

Wir wollen daher unsere Vorschläge – und besonders die Plakate – nicht als ein Aufruf, uns eine Stimme zu geben sehen (wir freuen uns trotzdem darüber) –, sondern diese Themen und viele andere an der Universität zu diskutieren, eine Position als Studierende zu finden und diese – demokratisch – zu vertreten.

Wir sind am Ende die Menschen, die (wenn ihr das wollt) in den Gremien sitzen. Aber die Entscheidungen fallen außerhalb dieser Gremien. Die Arbeit passiert außerhalb dieser Gremien. In der Gesellschaft, an der Uni, in den Ministerien und Behörden, zuhause bei den Menschen auf die die Gremienmitglieder vertrauen, bei Demos und Kundgebungen, und leider auch ohne uns Studierende im Rektorat. Wenn wir, durch stichhaltige, informierte Argumente und eine offene, kraftvolle Debatte, die Entscheidungsträger*innen davon überzeugen, im Sinne der Studierenden zu bestimmen, ist viel erreicht. Dafür brauchen wir – die Studierenden – alle Informationen und Zugänge, die wir haben können. Wichtiger als dieses Innerhalb der Gremien ist aber weiterhin und jeden Tag die sich organisierende und ungeknebelte Studierendenschaft.

Deshalb hängen unsere Plakate nicht nur da, wo ihr sie seht, sondern auch da, wo beispielsweise die Verwaltungsmitarbeiter*innen der Universität jeden Tag ihren Arbeitsweg gehen.

Hinweis: Die nicht durch uns verwendeten Plakatpappen und -träger haben wir anderen Wahllisten zur Verwendung angeboten, so dass möglichst alle Listen die Möglichkeit haben, zu Plakatieren, wenn sie das möchten.

Für eine gemeinsame Studierendenvertretung

Unser vollständiges Kurzprogramm findest du hier.

Studierende sollen sich selbstbestimmt organisieren können – egal ob in Hochschulgruppen, Fachschaften oder Arbeitskreisen. Die Studierendenschaft hat die Aufgabe diese Vielfalt zu stärken, nicht sie zu beschneiden.  Unsere Vorstellungen unterscheiden sich grundlegend von denen anderer Wahllisten, welche zu StuRa- und Senatswahlen antreten. Deine Wahlentscheidung ist daher auch eine zwischen unterschiedlichen Vorstellungen von Vertretung. Wir wollen mit der gem. StudV. erreichen, dass eine für alle und alle für eine eintreten. Alle Studierenden, auch jene, die nicht gewählt wurden, müssen daher auf allen Ebenen gemeinsam an allen Entscheidungsprozessen mitwirken können. Wer betroffen ist, soll vor Entscheidungen beteiligt werden. Unsere konkrete Utopie ist, dass alle, die sich zusammen einbringen wollen, dies können. 

Diese konkrete Utopie leben wir bereits mit offenen Arbeitskreisen, wie dem AK Campusgarten, in welchen sich auch solche Studis beteiligen, die bisher kein Interesse an Hochschulpolitik zeigten. Ein anderes Beispiel ist die Blochwoche, bei der sich unterschiedlichste Gruppen zusammenfinden, um gemeinsam eine alternative Semestereröffnung zu veranstalten. Auch das Ract!festival wäre ohne die Zusammenarbeit von StuRa, Fachschaften und Uni-Externen nicht zu stemmen. Nicht zuletzt gehört auch die Mitbestimmung der Fachschaften an allen (insbesondere sie betreffenden) Gremienentscheidungen zu dieser konkreten Utopie. 

Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und allgemein Ideologien der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit können in einer gem. StudV keinen Platz haben. Spaltungsversuchen reaktionärer Gruppen müssen wir daher entschiedener entgegen treten. Wer Kommiliton*innen als „extremistisch“ zu brandmarken versucht hat die Plattform des demokratischen Diskurses verlassen.  

Gratis veganes Essen gegen die Fleischwoche

Dieser Beitrag wurde zuerst auf Facebook veröffentlicht. 

Letzte Woche standen wir zusammen mit unseren Freund*innen von Fridays for Future Tübingen und Act for Animals vor der Mensa und verteilten verganes Essen gegen die „Nachhaltigkeits“-Woche des Studierendenwerks. Die Aktion möchten wir auch hier dokumentieren.

Das StuWe hatte einige Rezepte des „GenussN!-Kochbüchle“ ( gibts hier gedruckt und als PDF: https://www.heldenshop-bw.de/shop/genuss-kochbuechle ) nachgekocht. Diese „Nachhaltigkeitswoche“ war damit Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. Leider wählte das StuWe aus dem „Kochbüchle“ das einzige Gericht mit Hähnchenfleisch aus und ergänzte die anderen Gerichte mit Würsten, Sahne und Jogurt-Salatsoße. Als weiteres Gericht gab es Rindfleischspieße und Mais, der im Juni nicht Saison hat. So hoher Fleischkonsum ist aber weder nachhaltig noch gesund (vgl. auch: https://www.facebook.com/VeganeHochschulgruppeTuebingen/posts/2693258774037002 ) .

Um zu zeigen, dass es auch anders ginge, verteilten wir zusammen mit wunderbaren Menschen einen frischen Eintopf mit veganen Leckereien vom Markt.

Bisher hat sich das StuWe (unserer Kenntnis nach) noch nicht zu ihrer Nicht-„Nachhaltigkeit“ geäußert. Auch wenn das StuWe sich in manchen Punkten weit bewegt hat – mehr vegetarische Angebote in der Mensa Prinz Karl, Veganes in den Cafeten, zeitweise ein Veggie-Day -, so zeigt die fleischreiche Nachhaltigkeitswoche deutlich, was für eine Mensa das StuWe will. Das Interesse an Fleisch-Gerichten wird auch so weiterhin statistisch hochgehalten: In dem einfach nichts anderes angeboten wird. Schade.

Wir sagen: Eine andere Mensa ist machbar, Herr Nachbar!

Workshop auf dem Ract!festival 2019

Samstag, 8. Juni, 15 bis 17 Uhr, 
im Workshopbereich auf dem Ract!festival

Auch übermorgen nachdenken können –
Politisch aktiv sein und bleiben

Du findest dich vor lauter Bäumen im Wald nicht mehr?
Die Welt brennt und du bist gerade die einzige, die löscht?
Das Klima stirbt und die Nazis marschieren?

Manchmal wächst uns Aktivismus über den Kopf.
Aber du darfst dich selbst nicht vergessen.

Timo vom Klima*Kollektiv schreibt und lehrt über Nachhaltigen Aktivismus und gibt Hilfe, wie du es schaffst, politisch aktiv zu sein, ohne selbst auszubrennen.

Der Workshop wird durch die Grüne Hochschulgruppe veranstaltet und finanziell gefördert durch den Studierendenrat der Eberhard Karls Universität Tübingen. Wir bedanken uns für die Förderung.

Kleidertausch im Klubhaus

9. November 2018 im Klubhaus (Kleiner Saal)
18.00 – 19.00 Uhr Filmvorführung: living wage – now!
19.00 – 21.00 Uhr Kleidertausch
Durchgehend: Posterausstellung „Ich mache deine Kleidung! Die starken Frauen aus Süd Ost Asien“ von FEMNET e.V. (Infos unten)

Egal ob Pullover oder Abendkleid, Mütze oder Gummistiefel, bringt eure aussortierten Sachen mit und lasst uns tauschen!
Dazu wird es Getränke gegen Spende geben.

Wir bereiten Tische und Kleiderstangen vor, die wir nach „Rubriken“ ordnen (z,B. Hose, Pullover, Accessoires). Dort könnt ihr eure Sachen einsortieren und los geht’s. Der Kleidertausch kostet nichts.
Bringt bitte nur saubere und gut erhaltene Sachen mit! 🙂

Die übrige Kleidung geht an den „Umsonstladen“ in der Schelling oder ihr nehmt eure Sachen wieder mit nach Hause.

Wir freuen uns auf euren zahlreichen Besuch! 🙂

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit KleidertauschTUE [at] posteo.de statt.

*Die Ausstellung porträtiert neun Frauen aus Textilfabriken in Kambodscha und Bangladesch. Sie berichten über ihren Arbeitsalltag und ihr Engagement als Gewerkschafterinnen. Die Ausstellung wurde ursprünglich von der niederländischen Kampagne für Saubere Kleidung erstellt und 2014 von FEMNET e.V. ins Deutsche übersetzt und aufbereitet. Mehr Infos zu der Ausstellung und zu FEMNET e.V. unter:
https://www.femnet-ev.de/index.php/themen/ausstellung-ich-mache-deine-kleidung

Damenverbindungen – zwischen Emanzipation und patriarchalen Strukturen? (Vortrag)

Wir, die GHG, beteiligen uns mit einem Vortrag an der Blochwoche. Der Vortrag wird durch den Studierendenrat Tübingen finanziell gefördert. Wir bedanken uns für die Förderung.

Damenverbindungen – zwischen Emanzipation und patriarchalen Strukturen? (Vortrag)

Drei* Damenverbindungen konkurrieren in diesen Tagen an unserer Uni um neue Studentinnen. Das Verbindungswesen bleibt dennoch Männerdomäne. Sind Damenverbindungen ein Zeichen von Emanzipation? Die Diplom-Sozialwirtin Anne Mielke führte zahlreiche Interviews mit Verbindungsstudent*innen und promoviert zu „Frauen in Couleur“. Sie sprach u.a. in SWR.Wissen, ZDF.info und mephisto 97.6 zum Thema. Wie ticken Verbindungsstudentinnen heute? Welche Strukturen reproduzieren sie? Und ist alle Verbindungskritik damit schon überholt?

Am Mittwoch, 24.Oktober 2018, um 18 Uhr, laden wir euch herzlich zum Vortrag in den Kupferbau, Hörsaal 24, ein.

Der Einlass ist kostenlos. Die Veranstaltungen der Bloch-Woche bieten keine Werbefläche für rassistische, sexistische, menschenverachtende oder sonstig diskriminierende Symbole. Wir bitten insbesondere auf das Tragen von Bändern, Uniformen, Mützen und ähnlichen Kleidungsstücken zu verzichten. Als Veranstalter*innen behalten wir uns vor, Störer*innen von der Veranstaltung auszuschließen.

Ract!festival Workshop

Ist Boris Palmer ein Rassist? Eine Übung zum Rassismusbegriff und dessen Aktualität Samstag, 15:00, Zelt 2

Seit dem Jahr 2015 profiliert sich der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer als Mahner in Migrations- und Integrationsfragen. Er fokussiert auf Probleme und Schwierigkeiten der Integration der nach Deutschland geflohenen Menschen; er vertritt die Ängste und Sorgen von Einheimischen gegenüber den Folgen der Zuwanderung. Immer mal wieder fällt er dabei mit generalisierenden Äußerungen über die Flüchtlinge, aber auch über die ihnen gegenüber gestellten Einheimischen (»grüne Professor« mit seiner »blonden Tochter«) auf. In der Öffentlichkeit werden diese Äußerungen mit dem Adjektiv ›rassistisch‹ be- und damit auch verurteilt. Boris Palmer weist diese Beurteilung stets zurück – und hält das, was andere für rassistisch halten, für menschlich und für verantwortungsethisch sauber. Den Vorwurf tut er als »Moralkeule« und als »Hochmut des liberalen Bürgertums« ab. In dem Workshop wollen wir erkunden, ob der Begriff Rassismus tatsächlich so uneindeutig und beliebig ist, so dass wir darüber konkrete Erscheinungsformen des Rassismus nicht identifizieren können. Verfügen wir, so fragen wir uns, über einen belastbaren Begriff von Rassismus und können wir mit diesem Begriff konkrete Politik analysieren und beurteilen? Der »Fall Boris Palmer« bietet uns für diese Frage den Anlass – und das Textmaterial, an dem wir diese Frage exemplarisch bearbeiten.

Der Workshop wird – auf Einladung der Grünen Hochschulgruppe – geleitet durch Prof. Dr. Matthias Möhring-Hesse, Professor für Theologische Ethik und Sozialethik an der Uni Tübingen. Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt.