#richtig_ist (2)

Aktuell liegt ein Flyer einer Wahlliste in den Mensen aus, der für sich deklariert: „Nach zwei Jahren Diskussion und viel Hin & Her konnten wir unser Versprechen für Euch einlösen: Von 6€ fiel der Semesterbeitrag auf 3,50€.“

Der Semesterbeitrag sinkt, aber #richtig_ist: Nicht dank der Liste, die das für sich deklariert.

Der Haushaltsplan von 2017 und 2018 trägt eine starke grüne Handschrift, denn die GHG hat die bedeutendsten Änderungen im Arbeitskreis Finanzen eingebracht. Dazu zählt in 2017 ein sparsamerer Haushaltsansatz – mit Einsparung von einem Euro Beitrag pro Studi pro Semester, basierend auf moderaten Kürzungen (weniger Druckkosten, Gebrauchtmöbel, …), aber noch ohne die realen Zahlen des vorangegangenen Haushaltsjahr -, und dann 2018 eine starke und stark argumentierte Senkung – auch gegen Kritik aus der FSVV – basierend auf dem zu diesem Zeitpunkt vorliegenden tatsächlichen Ausgaben. Die bestehenden Rücklagen – vor allem aus der Nicht-Einstellung von Personal – sollen durch die Beitragssenkung und geplante Ausgaben in Höhe von zirka 5,50€ pro Studierendem über wenige Jahre abgebaut werden. Sind die Rücklagen auf ein vertretbares Maß abgeschmolzen, muss unser Meinung nach der Beitrag wieder bedarfsgerecht erhöht werden. (Mehr dazu hier: http://ghg-tuebingen.de/…/nicht-nur-meckern-sondern-anpass…/ )

Forderungen stellen kann jeder. Die GHG hat diskutiert, gerechnet, Vorschläge erarbeitet, diese eingebracht in Arbeitskreis, Fachschaften und StuRa, hat argumentiert und – wohl – überzeugt. Beide Haushaltsentwürfe wurden ohne Gegenstimmen angenommen.

#richtig_ist (1)

„Eure Flyer zahlt doch bestimmt die Partei…“

Denkste. #Richtig_ist … die GHG Tübingen ist und bleibt unabhängig und finanziert ihre politische Arbeit daher ehrenamtlich. Zum Beispiel durch die freiwillige Mehrarbeit ihrer Mitglieder. So schwitzten unsere Aktiven dieses Wochenende beispielsweise in einer Gärtnerei, damit der nächste Infotisch nicht leer bleiben muss.

Denn grüne Hochschulpolitik kann man nicht kaufen, sondern nur wählen.

#besetzen

Hausbesetzungen sind illegal. Wem ein Haus gehört, kann es auch leer stehen lassen. Dafür gibt es viele – gute und schlechte – Gründe. Manche Häuser sind unbewohnbar, andere finden keine Mieter*innen, andere werden gerade renoviert, mit wieder anderen soll spekuliert werden. Das Grundgesetz sagt: Eigentum verpflichtet. Manche Leute sagen deshalb, dass Leerstand beendet werden sollte, und dringen in die freien Wohnungen unerlaubt ein.

Das Magazin Strg_f des Öffentlich-Rechtlichen funk berichtet über Leerstand in Hamburg und diskutiert die Frage, ob Hausbesetzer*innen – nicht juristisch – recht haben.

https://www.youtube.com/watch?v=UQihBYC68Fc

Auch wenn es erstmal komisch klingt: Aus unserer grünen Perspektive wissen wir, dass mehr Menschen in der Stadt besser sind. Im Schnitt verbrauchen Stadtbewohner*innen weniger Energie, fahren weniger Auto, verbrauchen (etwas) weniger Fläche und lassen durch grüne Parks und Gärten eine Biodiversität entstehen, die auf dem landwirtschaftlich genutzten Äckern oft gar nicht bestehen kann.
Wer keine Wohnung in der Stadt findet, zieht aufs Dorf und pendelt – oft auch mit dem Auto – zu lange Strecken.
Damit leere Häuser im Winter keinen Schaden nehmen, müssen diese – in geringem Umfang – geheizt werden. Könnten darin nicht auch Menschen leben? Wer neben oder unter einer leeren Wohnung wohnt, heizt diese im Winter mit. Das ist verschenktes Potenzial und manchmal können wir die Gründe für den Leerstand nur schwer nachvollziehen.

Leerstehende Wohnungen sind schlecht für unsere Umwelt. Ob wir deshalb – wie das Funk-Video aus anderen Gründen diskutiert – Häuser besetzen sollten und Leerstand beenden sollten, ist eine andere Frage.

Ract!festival Workshop

Ist Boris Palmer ein Rassist? Eine Übung zum Rassismusbegriff und dessen Aktualität Samstag, 15:00, Zelt 2

Seit dem Jahr 2015 profiliert sich der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer als Mahner in Migrations- und Integrationsfragen. Er fokussiert auf Probleme und Schwierigkeiten der Integration der nach Deutschland geflohenen Menschen; er vertritt die Ängste und Sorgen von Einheimischen gegenüber den Folgen der Zuwanderung. Immer mal wieder fällt er dabei mit generalisierenden Äußerungen über die Flüchtlinge, aber auch über die ihnen gegenüber gestellten Einheimischen (»grüne Professor« mit seiner »blonden Tochter«) auf. In der Öffentlichkeit werden diese Äußerungen mit dem Adjektiv ›rassistisch‹ be- und damit auch verurteilt. Boris Palmer weist diese Beurteilung stets zurück – und hält das, was andere für rassistisch halten, für menschlich und für verantwortungsethisch sauber. Den Vorwurf tut er als »Moralkeule« und als »Hochmut des liberalen Bürgertums« ab. In dem Workshop wollen wir erkunden, ob der Begriff Rassismus tatsächlich so uneindeutig und beliebig ist, so dass wir darüber konkrete Erscheinungsformen des Rassismus nicht identifizieren können. Verfügen wir, so fragen wir uns, über einen belastbaren Begriff von Rassismus und können wir mit diesem Begriff konkrete Politik analysieren und beurteilen? Der »Fall Boris Palmer« bietet uns für diese Frage den Anlass – und das Textmaterial, an dem wir diese Frage exemplarisch bearbeiten.

Der Workshop wird – auf Einladung der Grünen Hochschulgruppe – geleitet durch Prof. Dr. Matthias Möhring-Hesse, Professor für Theologische Ethik und Sozialethik an der Uni Tübingen. Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt.

#biberticket

Wir als GHG wollen euch nicht die Freiheit nehmen euch selbst zu entscheiden, wie ihr zum landesweiten Semesterticket steht. Auf Facebook haben wir unter dem Hashtag #biberticket eine Reihe von unterschiedlichen Meinungen zum Ticket gesammelt, um euch eine Meinungsbildung zu erleichtern.

Viele Leute sind dafür, und viele – gerade wenn man die Kommentarspalten unter so manchem Posting dazu sieht – sind dagegen. Auch innerhalb unserer Gruppe gibt es Stimmen dafür und dagegen.

Manche sagen, es sei zu teuer, und vergessen dabei, wie viel ÖPNV ohne Studierendenrabatt und ohne gelebte Solidarität in Baden-Württemberg kostet. So bezahlt man für den TüBus – mit dem man nichtmal bis Reutlingen kommt – schon 240 Euro pro Halbjahr. Dass anderes noch mehr kostet, macht den eigenen Geldbeutel jedoch nicht voller. Beim Vorschlag für ein landesweites Semesterticket fehlt die Härtefallregelung. Die politische Entscheidung, das Ticket zu unterstützen, wurde seitens der Landespolitik bisher aus den Weg gegangen – auch von der Grünen Regierung.

Also Kopf in den Sand stecken und Mitbestimmung verweigern? Eben nicht. Viele, mit denen wir die letzten Monate gesprochen haben, wollen das Ticket – nur nicht um jeden Preis. Und viele sind schon jetzt vom Ticket überzeugt.

Der Punkt ist: Nicht irgendeine eine Wahlliste oder eine Gruppe oder die angehenden Partei-Funktionäre irgendeines Jugendverbands entscheiden das, sondern wir Studierenden gemeinsam, für uns gemeinsam.

Informiert euch, nehmt an der Umfrage teil: http://semesterticket-bw.de